Beim Tokyo International Film Festival sagte die deutsche Regisseurin, ihr auf der Berlinale uraufgeführter Film sei um bis zu 20 Minuten gekürzt worden, und sprach über steigende Produktionskosten und das deutsche Filmförderungsmodell.

Die deutsche Filmemacherin Ulrike Ottinger sagte beim Tokyo International Film Festival, das eine Retrospektive ihres Werks zeigt, ihr Vampirfilm „Die Blutgräfin“ („The Blood Countess“) sei gegen ihren Willen um bis zu 20 Minuten gekürzt worden. In dem im Februar auf der Berlinale uraufgeführten Film spielt Isabelle Huppert eine Vampirgräfin, die im heutigen Wien wieder auftaucht; Lars Eidinger und Birgit Minichmayr spielen mit. Ottingers bevorzugte Fassung sei 15 bis 20 Minuten länger gewesen. „Der Film hatte ursprünglich einen wunderbaren Rhythmus, genau so, wie er war. Dann begann ich zu kürzen, weil alle mich dazu zwangen. Sobald ich anfing zu kürzen, stimmte der Rhythmus nicht mehr“, sagte sie. Anschließend habe sie den ganzen Film neu schneiden müssen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen; aus ihrer Sicht sei er jetzt perfekt.

Ottinger bezeichnete den Film als den teuersten, den sie je gedreht hat. Sie hatte 40 Drehtage gewollt, die Produktion gab ihr 30, und ihr Team zählte mehr als 100 Personen, während sie lieber mit der Hälfte und mehr Drehtagen gearbeitet hätte. Die hohen Kosten führte sie auf umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zurück; manche seien sehr wichtig, viele aber „völlig übertrieben, sinnlos und bürokratisch“. Als sie ihre Filme selbst produzierte, habe sie sie in hoher Qualität für 2,5 bis 3 Millionen Euro drehen können; heute erfordere die Erfüllung aller Vorgaben ein Budget von mindestens 7 bis 8 Millionen Euro, weshalb sie ihre Filme nicht mehr selbst produziere. Huppert sei dem Projekt 20 Jahre lang treu geblieben, fügte sie hinzu.

Bei derselben Veranstaltung sprach Barbara Wurm, die österreichische Leiterin der Berlinale-Sektion Forum, über die deutsche Filmförderung. Sie erklärte, seit dem 1. Januar 2025 werde die Produktionsförderung der Filmförderungsanstalt FFA automatisch anhand von Zuschauerzahlen und Festivalerfolg vergeben und ersetze die eigene Jury-Auswahl; dieses Modell begünstige eine kleine Zahl von Filmen mit hohen Summen. Das Forum stehe nicht auf der Festival-Referenzliste der FFA, daher erhielten dort gezeigte Filme diese Förderung nicht. Variety berichtete außerdem, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe die staatliche wirtschaftliche Filmförderung für 2026 auf 250 Millionen Euro fast verdoppelt, das Geld sei bereits aufgebraucht, während der Haushaltsentwurf 2027 rund 200 Millionen Euro vorsehe, vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments.