Eine Studie der University of Illinois Chicago mit 22 Teilnehmern fand, dass reiner Cranberrysaft das Nachwachsen von Plaque bremste und die Säurebildung senkte; für Kariesvorbeugung ist sie zu klein und zu kurz.
Forscher am College of Dentistry der University of Illinois Chicago berichten, dass reiner, ungesüßter Cranberrysaft das Nachwachsen von Zahnbelag verlangsamte und die Säuren verringerte, die Bakterien im Belag bilden, so eine über ScienceDaily verbreitete Zusammenfassung. Diese Säuren schwächen den Zahnschmelz allmählich und tragen zu Karies bei. Die Studie unter Leitung der Kinderzahnmedizin-Professorin Christine Wu erschien in der Fachzeitschrift Scientific Reports und nennt als mögliche Erklärung Proanthocyanidine, natürliche Inhaltsstoffe der Cranberry, die bekanntermaßen stören, wie manche Bakterien, darunter E. coli, an Zellen haften.
Das Experiment war klein. Es nahmen 22 Personen teil, 14 Kinder und acht Erwachsene, die zufällig einem von drei Getränken zugeteilt wurden, mit dem sie spülten: 100 Prozent ungesüßter Cranberrysaft, ein Cranberry-Saftgetränk mit 27 Prozent Saftanteil und zugesetztem Zucker oder einfaches Wasser. Vor dem Getränk wurde über Nacht gewachsener Belag entnommen, 30 Minuten danach eine zweite Probe von anderen Zähnen. Belag, der dem reinen Saft ausgesetzt war, wuchs langsamer nach als nicht exponierter Belag und bildete bei Kindern wie Erwachsenen weniger Säure. Wu sagte, das Team habe bewusst ein handelsübliches Produkt statt eines Laborextrakts verwendet; Orangen- und Apfelsaft hätten in diesem Forschungskontext laut Bericht nicht dieselbe Wirkung gezeigt.
Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu lesen. Mit nur 22 Teilnehmern und einem Testfenster von 30 Minuten kann die Studie nicht belegen, dass regelmäßiger Cranberrysaft Karies verhindert oder die Zahngesundheit langfristig verbessert; die Forscher fordern größere und längere Studien. Wu regte an, der Saft könne einmal als funktionelles Getränk oder gelegentliche Mundspülung dienen, auch wenn seine Säure ein Hindernis ist, und brachte einen Zuckerersatz ins Spiel, um ihn genießbarer zu machen. An den üblichen Empfehlungen zu Zähneputzen, Zuckerverzicht und Zahnarztbesuchen ändert das nichts; dieser Bericht stützt sich auf die ScienceDaily-Zusammenfassung des Universitätsmaterials, nicht auf die vollständige Studie.



